London-Dublin-Kilbeggan
Vom 21.-28. März durfte ich mit der Ceilicommunity (der irischen Schwestergemeinschaft von Sioncommunity) auf Mission nach Antrim in Nordirland gehen. Meine Reise führte von London nach Dublin (in Irland), von dort per Bus nach Kilbeggan, wo Ceili ihren Wohnsitz hat. Per Auto ging's am nächsten Tag nach Antrim in Nordirland.
Kilbeggan
Antrim (Nordirland)
Irland-Nordirland
Zwei Wochen bevor unserer Mission wurden, keinen Kilometer von der Kirche entfernt, zwei Soldaten von der IRA erschossen. Das war schon eine etwas beunruhigende Nachricht. Für mich Grund genug mich besser mit der irischen Geschichte außeinanderzusetzen. Soweit ich es bisher verstanden habe geht es im wesentlichen um den Konflikt zwischen Engländern und Irländern. Während die irische Republik (für uns "Irland") unabhängig von England ist, gehört Nordirland noch immer offiziell zu England. Das ist das Resultat der englsichen Besatzung von ich weiß-nicht-wann. Jedenfalls sind die Iren unter sich zerstritten. Die einen wollen ihre Unabhängigkeit, und versuchen sich daher so gut es geht von allem was englisch ist zu distanzieren und verscheiben sich zum Trotz allem was irgndwie irisch ist. Daher sind sie besonders stolz darauf KATHOLISCH zu sein -was sie gegenüber den Engländern abgrenzt, die seit König Henry VIII. alle protestantisch sind.
Es gibt jedoch auch die 2. Partei der Iren, die gerne englisch ist und es auch bleiben will. Daher klammern sie sich an ihre englische und PROTESTANTISCHE Identität.
Diese Gegensätze haben in der Vergangenheit offensichtlich immer wieder für Zündstoff gesorgt. Und obwohl es bei diesem Konflikt eigentlich überhaupt nicht um Religionszugehörigkeit geht, wird es in der Presse oft als ein Konflikt zwischen den katholischen und protestantischen Christen dargestellt, die sich wegen ihrer verschiedenen Glaubestraditionen nicht verstehen. Das viele diese falsche Darstellungsweise nicht durchschauen ist sehr schade!
Zwar war es zwischen diesen beiden Parteien die letzten Jahre sehr friedlich, doch mit dem Anschlag wurden die Iren an eine immer noch bestehende Wunde in ihrem Land erinnert. Die Trennung zwischen Nordirland und Irland ist auch sonst an vielem zu erkennen.In Irland ist man katholisch, zahlt mit Euro und misst seine Strecken und Kilometer. Im britischen Nordirland hingegen zahlt der Protestant mit Pfund (der Katholike natürlich auch) und die Tachoanzeige ist in Meilen pro Stunde.
Skuril ist, dass die Stadt Londonderry von den Befürwortern der irischen Unabhänigkeit nur "Derry" gennant wird. Es wird gemunkelt die Enländer hätten den Namen der Stadt damals geändert um die Iren an die Herrschaft der englischen Besatzung zu erinnern.
Unsere Gemeinde-und SchulMission
Im Rahmen zweiwöchigen Gemeindemission führt Ceilicommuntiy verschieden Dienste und Aktivitäten durch. 1. Vorbereitungsmission 2. Hausbesuche von Pfarrgemeindemitgliedern (um Leute einzuladen und über Fragen des Glaubens ins Gespräch zukommen) 3. Schulmission (mit je einem Team für katholische Grundschule(n) und die katholische(n) Höhere(n) Schule(n)) 4. Predigtmission (eine Woche mit abendlichen Katechesen, Predigten etc.).
Darüber hinaus werden natürlich auch verschiedene Gottesdienste gehalten. Z.B. Gottesdienst für die Kranken, Jugendgottesdienst etc.
Von all dieser Vielfalt habe ich nur ein klein wenig mitbekommen und unterstützt. Nämlich die Schulmission für die Teenies und Jugendlichen (einen Abend war ich auch bei den Hausbesuchen dabei).
Schulmission
Witzigerweise fand unsere "Schulmission" diesesmal gar nicht in einem Schulgebäude statt, sondern im Konferenzsaal eines Hotels. Je zwei Tage haben wir verbracht mit 80-100 Jugendlichen und 140-150 Teenagern. Mit Anspielen, Signlanguage, Liedern zum mitsingen und mitmachen, kreativen Lehren und bewegenden Videoclips habe wir versucht den Kids die Botschaft von der Liebe Gottes verständlich zu machen.
Ich war selber oft berührt von den Inputs und der Liebe mit der das Team ihre Aufgabe angegangen ist. Die Kreativität des Programms spricht oft eine Sprache, die Jugendliche eher verstehen als ein enseitig theoretischer Vortrag des Lehrers oder Priesters. Als Gast hatte ich das Privileg noch nicht zu viel Arbeitslast abzubekommen und mich trotzdem ins Programm einbringen zu dürfen. So durfte ich zum Beispiel auch einen der Inputs zum Thema "Who is Jesus" halten. Spannend war auch die "Frage und Antwort" Session in der wir vorne versucht haben auf die verschiedensten Fragen aus dem Plenum ein Antwort zu geben. Manchmal gar nicht so einfach das theologische Theorewissen so zu erklären, dass es auch ankommt. In diesem Bereich kann ich noch ne Menge von den erfahreneren "Missionaries" lernen.
Land und Leute
Neben der eigentlichen Mission hatte ich auch viele Gelegenheiten nebenher Land und Leute kennen zu lernen. Ideal war z.B. das Leben in meiner Gastfamilie, von der ich sehr herzlich aufgenommen wurde. Mit Geduld und Freude wurde ich in diverse irische Besonderheiten eingeweiht. Vom Gaelic Sport bis hin zu den O'Kellys und Mc Donalds konnte ich Wissen erweitern. So weiß ich jetzt nicht nur, warum eine Horde wildgewordener Ir(r)en mit Stöcken in der Hand wie wild umeinanderrennen (sie spielen Hurling) , sondern auch, dass der Vater von Herrn McDonald zum Nachnamen Donald hieß (Mc bedeutet nämlich "Sohn von"). Dementsprechen würde ich heute McGayer heißen. Johannes Sohn von Gayer. Oder: Johannes von Gayer (wenn ich O'Gayer hieße).
Keine Angst! Dieses Zusatz-Wissen ist heute ausnahmseweise völlig gratis!
Außerdem hatte ich sogar Gelegenheit das Heimatdorf von Pater Pat Lynch, dem Gründer von Sion-und Ceilicommunity, kennen zu lernen. Glücklichweise war das direkt am Meer und so bekam ich auch den Atlantik zu Gesicht!
Ganz zu schweigen von der schönen irischen Landschaft, bedeckt mit vielen Farmartigen Häusern, die viel Land um sich haben und oft noch Schafe, Rinder und Pferde halten.
Lustig war auch, dass wir nur ca. 30km von Coleraine entfernt vorbeigekommen sind. Dort wäre ich ja beinahe zur Uni gegangen. Im Nachhinein bin ich Gott sehr dankbar dafür mich irgendwie zu Sion geführt zu haben und mir dieses MEHR an Erfahrungen ermöglicht zu haben. Ich bin doch sehr froh darum meine Nase im Moment mehr in geistliche und andere interessante Bücher stecken zu dürfen, anstatt in die vorgegeben nie endenden Wälzer.
Family Lynch Dad+Kids(left)+ Mum (right) AND me
Irische Landschaft
Back to normal
Seit Samstag bin ich nun wieder daheim und alles geht seinen gewohnten Gang. Irland war eine tolle Erfahrung für mich, die ich so schnell wohl nicht vergessen werde. Jetzt freue ich mich auf den Besuch meiner Familie nach Ostern und natürlich über die neuesten Nachrichten von dir (in meinem Mailfach herrscht nämlich momentan gähnende Leere und falls du gedacht hast, dass ich im Moment nicht da bin darf ich dir hiermit die frohe Botschaft überbringen, dass du deine News endlich schicken kannst!).
Bisher habt ihr euch ja wehement dagegen gewehrt irgenwelche Kommentare zu hinterlassen.
wäre sehr schön wenn sich das schleunigst ändern würde! ;-)
Also auf, zacki, zacki! Nix wie ran an die Tasten!
I am waiting to hear from you!
Liebe Grüße aus dem in letzter Zeit immer sonnigeren England
euer Johannes
jaja ich kenn das mit den comments ;-)
AntwortenLöschenalso ich les auf jeden Fall immer bei dir mit und bewunder die tollen Bilder *thumbsup* :-)
Wie lange verbringst du insgesamt bei Sion?
sei fett gesegnet!!! :-)
lg von Lisa-Maria
Ole!
AntwortenLöschenDer erste Eintrag seit langem!
Danke Lisa-Maria! Mögen zahlreiche
Freunde dir folgen!
Bin noch bis 7. Juli in England, also insgesamt genau 6 Monate und 2 Tage ;-)
Liebe Grüße
Johannes
hello johannes,
AntwortenLöschenmensch, dein Eintrag hat mich ja gefreutu nd jetzt hab ich auch endlich mal deine Adresse hier!Im Moment bin ich eig auch in Irland, was die Landschaft hier im sueden angeht.Ich liebe die Wanderungen ueber die gruenen huegel ( nur dass ich danach immer nach Schafs-aa stinke, gefaellt mir gaaar net *g*) und vor allem an der Kueste entlang. Aber das mit der IRA hat mich sehr gewundert, ich dachte, die haetten sich offiziell aufgeloest... wenn man das so sagen kann... zumindest nicht mehr aktiv... das Problem hab ich hier zum Glueck nicht.
Und naja, zu " back in civilisation" kann ich nur sagen, dass du natuerlich recht hast, nach all dem stressigen und hektischen Reisen tat die Abgeschiedenheit doch gut, mal runter zu fahren, aber mit der Zeit wars dann doch etwas langweilig und ich war wieder froh, auf tour zu sein. Den perfekten Mittelweg aus Reisen und Relaxen hab ich doch noch nicht so ganz gefunden :)
Ich wuensch dir noch einen wunderschoenen Aufenthalt, und meld dich mal wieder :)
liebe Gruesse and best regards :)